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Panoramafreiheit im Sinne des Paragraphen 59, Urheberrechtsgesetz

Einige wichtige Tipps zum Umgang mit der Panoramafreiheit in Bildern, die Rechtsanwalt Prof. Dr. Gero Himmelsbach, Partner der Sozietät Romatka & Collegen in München, in einem Beitrag für die Rubrik Recht im Macup Magazin behandelt hat, möchte ich hier noch einmal kurz zusammenfassen:

Urheberrechtlich geschützt sind nach Paragraph 59 Urheberrechtsgesetz (UrhG) grundsätzlich alle Gegenstände wie bspw. Kunstobjekte oder Gebäude. Die sogenannte Panoramafreiheit behandelt das allgemeine Recht, diese Objekte zu fotografieren und diese Fotografien zu verwenden.

Grob definiert besteht Panoramfreiheit immer dann, wenn:

  • Die Objekte (z.B. Haus oder Statue) von einer frei zugänglichen Stelle aus fotografiert wird. Das gilt auch, wenn dies von einem Privatweg aus geschieht.
  • Die Objekte „bleibend“, also nicht zeitlich begrenzt, für eine bestimmte Aktion errichtet oder dekoriert wurden.
  • Lediglich von außen, ohne entsprechende Innenansichten, fotografiert wurde.

Wenn sich also ein Fotograf bspw. vor das Neue Schloss in Stuttgart stellen würde und dieses fotografiert, so ist dagegen grundsätzlich nichts einzuwenden. Würde der Fotograf dies aber tun, indem er sich mittels Hebebühne oder durch Zugang in ein benachbartes Gebäude eine besondere Position verschafft, so wäre die Panoramafreiheit erloschen.

Stichwort „bleibend“: Stellen wir uns vor, das Neue Schloss würde von Christo und Jeanne-Claude für einen Zeitraum von sagen wir drei Monaten verhüllt werden, so wäre dies ein besonderer, zeitlich begrenzter Event und als solcher auch als eine künstlerische Aktion zu bewerten. Der Fotograf müsste in diesem Fall eine Genehmigung für die Fotografie und die Verwendung der entstandenen Fotografien einholen. Das Urheberrecht wäre demnach bereits durch die Fotografie des Objektes verletzt. Ein weiteres Beispiel ist der Eiffelturm in Paris. Tagsüber fotografiert dürften dem Fotografen, von der Straße aus fotografiert, grundsätzlich keine Probleme entstehen. Der Eiffelturm bei Nacht jedoch unterliegt dem Urheberrechtschutz, da die Beleuchtung des Turmes als Lichtinstallation und damit als künstlerisches Objekt betrachtet werden muss.

Ein weiterer Aspekt ist der Fokus des Bildes. Wenn eine Gruppe von Urlaubern sich vor dem Neuen Kunstmuseum in Stuttgart fotografieren lässt und im Hintergrund das Gebäude zu sehen ist, kann davon ausgegangen werden, dass der Fokus des Bildes auf den Personen liegt. Fotografiert man aber das Neue Kunstmuseum von einem weiter entfernten Platz und auf dem Bild sind vorbeigehende und/oder stehende Passanten zu sehen, so kann man von einer Fokussierung des Objektes sprechen. Das Bild müsste genehmigt werden und seine Verwendung unterläge damit einer Lizenzierung.

Das Stichwort Lizenzierung bringt uns direkt zum letzten Punkt, dem sogenannten Copyright-Vermerk. Alle Bilder, die von Fotografen oder Bildagenturen erworben werden unterliegen einem Lizenzierungsmodell. Je nach Herkunft, muss für die Nutzung entweder keine, eine einmalige oder eine verwendungsabhängige Nutzungsgebühr entrichtet werden. Auch im Falle, dass der Fotograf die Urheberrechte am Bild selbst besitzt und Ihnen die Nutzung des Bildes kostenfrei gestattet, ist ein Copyright-Vermerk (Name des Rechteinhabers und des Fotografen) direkt am Bild oder im Impressum einer Drucksache bzw. eines Mediums anzubringen.

Quellenverzeichnis: Prof. Dr. Gero Himmelsbach / wikipedia

Anmerkung: Rechtsanwalt Prof. Dr. Gero Himmelsbach schreibt regelmäßig in der Rubrik Recht im Macup Magazin über interessante Themen aus dem Medien-, Urheber- und Wettbewerbsrecht.

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